9. Dez. 2010

Fit bleiben - starker Rücken

Wenn es wehtut - Ursachen und Symptome

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Schmerzen, vor allem jene im unteren Rückenbereich. Die Ursachen für diese Kreuzschmerzen können so vielfältig sein wie ihre Ausprägung. In vielen Fällen lässt sich sogar keine genaue Ursache feststellen. Doch auch bei diesen "unspezifischen Rückenschmerzen" wird angenommen, dass sowohl körperliche als auch psychische Faktoren eine Rolle spielen - mentale Anspannungen und Muskelverspannungen gehen bekanntermaßen oft Hand in Hand. Auf der körperlichen Seite spielen Fehlhaltungen und ungünstige Bewegungsmuster meist eine wesentliche Rolle. So kann eine Fehlbelastung der Lendenwirbelsäule - zum Beispiel durch das Heben von Lasten aus dem Rücken anstatt aus den Knien - zu einem der bekanntesten Krankheitsbilder führen, dem Lumbago (lat. lumbus = Lende). Die volkstümliche Bezeichnung "Hexenschuss" beschreibt dabei recht gut das plötzliche Auftreten dieses stechenden Schmerzes. Es handelt sich um eine Reizung der Nervenbahnen in der Wirbelsäule. Typisch für den Lumbago sind ausstrahlende Schmerzen und eine Einschränkung der Bewegungsfähigkeit (Schonhaltung) bis hin zu Lähmungsgefühlen.

Manche Rückenschmerzen haben jedoch eine spezielle Ursache, zum Beispiel Probleme an Knochen, Muskeln oder Nerven der Wirbelsäule. So können Muskelverspannungen die Nerven reizen, wodurch es zu Schmerzen kommt, die auch in andere Körperteile wie die Beine ausstrahlen können (Ischialgie). Auch Fehlbelastungen, Entzündungen oder Schäden an der Bandscheibe können Rückenschmerzen auslösen.

Rückenschmerzen sind sehr individuell. Es kann sein, dass sich bei Untersuchungen keinerlei Anzeichen für ein Problem feststellen lassen und jemand dennoch Schmerzen hat - bei anderen wiederum zeigen sich in Röntgenaufnahmen zwar Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule, die Menschen haben aber keinerlei Beschwerden.

Je nach Dauer der Beschwerden unterscheidet man drei Formen von Rückenschmerzen:

* akute Rückenschmerzen mit einer Dauer von bis zu 6 Wochen
* subakute Rückenschmerzen mit einer Dauer von 6 bis 12 Wochen
* chronische Rückenschmerzen mit einer Dauer von mehr als 12 Wochen

Rückenschmerzen können immer wieder auftreten; viele Betroffene haben noch längere Zeit leichte Schmerzen oder nach einer beschwerdefreien Zeit erneut starke Rückenbeschwerden. Treten diese nach mindestens sechs beschwerdefreien Monaten wieder auf, spricht man von "wiederkehrenden" oder "rezidivierenden" Rückenschmerzen. Bei rund der Hälfte aller Betroffenen treten die Kreuzschmerzen innerhalb eines Jahres erneut auf.

In seltenen Fällen liegen den Rückenschmerzen ernste Probleme zu Grunde. Die Schmerzen können dann von anderen Symptomen wie Taubheitsgefühl, Lähmungserscheinungen, körperlicher Schwäche, Kribbeln oder der Unfähigkeit, Urin und Stuhl zu halten, begleitet werden. Tritt eines dieser Symptome auf, ist es wichtig, umgehend ärztliche Hilfe zu suchen.

Bevor es wehtut - Vorbeugung

Regelmäßige kräftigende Übungen und Gymnastik sowie Ausdauertraining sind wirksame Mittel, um Rückenschmerzen vorzubeugen. Für einfache Rückenübungen benötigt man nur wenige Minuten am Tag und in der Regel keine Hilfsmittel. Orthopäden und Physiotherapeuten helfen Anfängern beim Durchführen der Übungen. Der Gang zum Fachmann sei jedem dringend empfohlen, der längere Zeit oder an wiederkehrenden Schmerzen leidet. Gesunde, die möglichen Schmerzen vorbeugen wollen, finden jedoch auch im Internet einfache Anleitungen zur systematischen Stärkung des Rückens.

Online-Anleitung zum systematischen Rückentraining bei Krankenkassen:
http://www.tk-online.de/tk/bewegung/gesunder-ruecken/rueckentraining/20956

https://www.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Versicherte/Wissen-Dialog/Gesundheitswissen/Ratgeber/Ruecken/Training/R_C3_BCckentraining.html?w-cm=CenterColumn_t132098

Zahlreiche Beispiel-Videos für Übungen bietet folgende Seite:
www.starker-ruecken.com/