28. März 2011

Der weiße Kranich breitet seine Flügel aus: Tai Chi

Der weiße Kranich breitet seine Flügel aus.

Bestimmt haben Sie dies schon einmal gesehen: Dutzende Menschen stehen mit jeweils einigen Schritten Abstand zueinander auf einer Wiese und führen alle gleichzeitig langsame Bewegungen mit dem ganzen Körper aus – ein Bild voller Ruhe, Kraft und Konzentration. Es handelt sich dabei um die chinesische Bewegungs- und Selbstverteidigungskunst Taijiquan, hierzulande meist vereinfacht Tai Chi oder auch Chinesisches Schattenboxen genannt. Tai Chi ist eng verwandt mit Qigong. Beide Disziplinen haben ihre Wurzeln in der chinesischen Philosophie und erheben den Anspruch, Körper und Geist mittels Meditation und Bewegung miteinander in Einklang zu bringen.

Im Gegensatz zu anderen Lehren wie Karate oder Judo wird Tai Chi eher selten zur Selbstverteidigung praktiziert. Auch wenn es Partnerübungen gibt und Fortgeschrittene auch Waffen wie Schwerter und Stöcke einsetzen, sind direkte Kämpfe eins gegen eins die Ausnahme. Die meisten Menschen wollen mit Tai Chi ihre geistige und körperliche Gesundheit verbessern. Eine Klassifizierung etwa über Gürtelfarben existiert nicht.

Tai Chi basiert auf verschiedenen Bewegungs-, Atem- und Entspannungsübungen. Kraft- und Schnelligkeitsübungen unterbleiben in der Regel. Die so genannten "Formen" werden fließend, locker und ohne Kraft ausgeführt, sie bestehen aus einzelnen "Bildern", die Namen sind meist sehr anschaulich und poetisch.

Förderung durch die Krankenkasse.

Tai Chi und insbesondere Qigong sind eng mit der traditionellen chinesischen Medizin verbunden. Klinische Untersuchungen belegen die positiven Auswirkungen auf Herz und Kreislauf, Immunsystem, Beweglichkeit und Schmerzempfinden. Das Körperbewusstsein
– und damit die Körperkontrolle – werden verbessert. Dies sehen auch viele gesetzliche Krankenkassen so und fördern unter bestimmten Bedingungen die Teilnahme an Tai-Chi-Kursen.

Wie andere asiatische Lehren lässt sich Tai Chi nicht ohne weiteres als eine einheitliche Lehre begreifen – es gibt zahlreiche Schulen, Unter- und Mischformen und auch landestypische Unterschiede. In Deutschland wurde 2003 der Deutsche Dachverband für Qigong und Taijiquan e.V. (DDQT) gegründet. Über dessen Internetseite können Sie geprüfte Ausbilder und Schulen in Ihrer Nähe finden (Rubrik Mitglieder):

www.ddqt.de/index.php?option=com_joomlaboard&Itemid=49