31. Okt. 2011

Intelligente Sensoren für sicheres Wohnen

Das Fraunhofer In-Haus-Zentrum in Duisburg testet seit einiger Zeit in verschiedenen Musterhäusern eine neue, vernetzte Heimtechnik für Senioren, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen und Pfleger unterstützen soll. Dass verschiedene Elektrogeräte auf Fingerschnipp oder mit einem kleinen Wink ein- und ausgeschaltet werden können, ist dabei längst noch nicht alles. Wir haben eine kleine Auswahl aus der innovativen Forschung des Instituts für Sie zusammengestellt.

Kommandos per Chipkarte

Die Bewohner der Musterhäuser können über eine Chipkarte bestimmte Funktionen definieren und mit eigenen Stichwörtern belegen. Beim Stichwort „Schlafen“ z.B. gehen alle Lichter aus, die Tür verriegelt sich, und die Rollläden fahren herunter. Die Chipkarte wird einfach über ein Lesegerät gezogen und die gesamte Raumsituation passt sich den Vorgaben an.

Bewegungsmelder schützen und helfen

Ein vernetzter Bewegungsmelder im Schlafzimmer registriert, wenn nachts jemand aufsteht, und schaltet automatisch eine Orientierungsbeleuchtung ein, damit Stürze vermieden werden können. Sollte dennoch jemand stürzen, erkennen druckempfindliche Bodenmatten, dass eine Person länger als normal dort liegt. Zusätzlich vernetzte Bewegungssensoren in den Wohnräumen rufen automatisch Hilfe herbei.

Intelligente Notfallüberwachung

Wenn es brennt, sorgt ein vernetzter Rauchmelder dafür, dass das System bei der Feuerwehr anruft. Außerdem schalten sich Orientierungslichter für die Flucht ein, während gefährliche Geräte wie Herd oder Bügeleisen automatisch ausgeschaltet werden. Spezielle Sensoren erkennen ein Gas- oder Wasserleck, melden den Notfall und schalten automatisch die entsprechenden Haupt-anschlüsse ab. Weitere Sensoren an Haustür und Fenstern registrieren in Kombination mit Bewegungsmeldern einen Einbruch und lösen bei einem Sicherheits-Dienstleister Alarm aus.

Diagnose und Kommunikation

Wer mit chronischen Krankheiten lebt, kann auf unterschiedliche Hilfsmittel zurückgreifen. Für Diabetiker z.B. gibt es Toiletten, die automatisch den Blutzucker im Urin analysieren. Außerdem kann man per Computer mit dem Hausarzt sprechen und in einer virtuellen Sprechstunde einfache Daten wie Körpertemperatur, Puls und Blutdruck übertragen. Ergänzt wird dieser Dienst durch einen Lieferservice für Medikamente. Den Kontakt zu Freunden und der Familie auch über großen Distanzen zu halten, ist durch moderne Internet-Technologie natürlich ebenfalls kein Problem.

Sprechender Badspiegel

Speziell für demenzkranke Menschen wurde ein intelligenter Badspiegel entwickelt, auf dem leuchtende Piktogramme erscheinen, die alle erforderlichen Pflegevorgänge zeigen. Diesen Spiegel gibt es auch mit Sprachfunktion.

Übrigens: So aufwändig die intelligente Haustechnik erscheinen mag – sie kostet dennoch kein Vermögen. Eine solide Grundausstattung für ein normales Einfamilienhaus kann man bereits mit ca. 5.000 Euro einschließlich Planung und Einbau finanzieren.