15. Nov. 2011

Benutzerfreundliche Automaten in der EU

Sie können einen manchmal zur Verzweiflung bringen – ob beim Geldabheben oder beim Fahrkartenkauf. Mit vielen Automaten haben gerade ältere Menschen oftmals ihre liebe Not. Eine neue EU-Verordnung soll Abhilfe schaffen.

Mit einer Summe von 3,4 Millionen Euro unterstützt die EU ein Projekt, das zunächst in Spanien und Deutschland getestet werden soll. Ziel ist es, mehrere hunderttausend Selbstbedienungsautomaten besser zugänglich zu machen, vor allem für Menschen, die sich mit der Technik nicht gut auskennen, für Senioren, die ihre Lesebrille vergessen haben oder auch ausländische Urlauber, die die fremde Sprache nicht beherrschen.

Die Fakten zum Pilotprojekt:

- Ab dem 01.01.2012 werden 24 speziell ausgerüstete Fahrkartenautomaten im nordrhein-westfälischen Paderborn getestet. In Spanien nehmen mehrere Bankautomaten in Barcelona am Test teil.

- Rund 3.000 Bürger erhalten für den Test Chipkarten, auf denen ihre persönlichen Daten und individuellen Bedürfnisse gespeichert sind.

- Hält die Testperson z.B. ihre Karte vor die Schnittstelle an einem Bankautomaten, liest der Automat die Informationen auf der Karte ab und passt seine Einstellungen an.

- Bei entsprechenden Voreinstellungen ist z.B. die Anzeige in einer extragroßen Schrift oder in einer anderen Sprache programmiert.

- Statt einer Karte können auch Handys mit Zusatzfunktionen benutzt werden.

- In den 27 EU-Mitgliedsstaaten gibt es schon heute öffentliche Automaten, die mit Lautsprechern und/ oder Braille-Tasten für Sehbehinderte ausgestattet sind. Leider werden sie wegen der komplizierten Aktivierung nur wenig genutzt.

- Laut EU-Kommission sind 87 Millionen Europäer älter als 65 Jahre und jeder sechste EU-Bürger hat eine Behinderung– das Projekt dürfte daher im Interesse einer großen Zahl der EU-Bürger liegen.

- In den USA sind laut EU-Bericht bereits 61 Prozent aller Automaten entsprechend ausgerüstet, während es in der EU nur 38 Prozent sind.