21. Nov. 2011
Gewappnet für den Notfall: Erste Hilfe bei Haushaltsunfällen
Die häufigsten Unfälle passieren nicht im Straßenverkehr, sondern in Privathaushalten. Kommt es zu einem solchen Notfall, ist vor allem eins gefragt: Erste Hilfe.
Zwar hat jeder, der eine gültige Fahrerlaubnis besitzt oder einmal besaß, irgendwann einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht. Dennoch bereitet die Vorstellung, für einen Verletzten die Verantwortung zu übernehmen, den meisten Menschen ein gewisses Unbehagen. Deshalb haben wir Ihnen einige Tipps zusammengestellt, mit denen Sie bei Haushaltsunfällen gut gewappnet sind – ganz gleich ob Sie sich selbst oder eine andere Person versorgen müssen.
Schwere Schnittverletzungen
Hoch moderne Schneidegeräte im Haushalt bergen so manches Unfallrisiko – z.B. dass man sich einen Finger abschneidet. In diesem Fall ist umsichtiges Handeln oberste Pflicht. Denn innerhalb von sechs bis zwölf Stunden können abgetrennte Gliedmaßen wieder angenäht werden, wenn man von Anfang an die richtigen Maßnahmen ergreift.
- Bewahren Sie den Finger und ggf. Hautteile in einem sauberen Gefrierbeutel auf, und zwar genau so, wie Sie diese vorfinden (nicht reinigen oder in irgendeiner Weise behandeln).
- Legen Sie den Beutel auf Eis, ohne dass der Finger direkten Kontakt mit dem Eis hat.
- Suchen Sie umgehend ein Krankenhaus auf, um den Finger annähen zu lassen.
Verätzungen durch Chemikalien
Obwohl viele Reinigungsmittel heutzutage vorwiegend mit umweltschonend sanften Formeln arbeiten, befinden sich nach wie vor einige darunter, die bei Körperkontakt schwere Verletzungen hervorrufen können. Vor allem das Auge reagiert empfindlich auf den Kontakt mit chemischen Substanzen, daher sollten Sie einige wichtige Sofortmaßnahmen für den Notfall kennen.
- Lassen Sie unverzüglich lauwarmes Wasser direkt aus dem Wasserhahn in das Auge laufen. Halten Sie dafür das Lid mit einem Finger geöffnet.
- Nehmen Sie, falls beide Augen betroffen sind, den Duschkopf zur Hilfe, um die Augen auszuspülen.
- Die Spülung sollte etwa 15 Minuten lang nicht unterbrochen werden.
- Rufen Sie danach umgehend einen Augenarzt an und befolgen Sie seine Anweisungen.
Schwere Brandverletzungen
Für Brandwunden gibt es im Haushalt die unterschiedlichsten Quellen. Besonders schlimme Folgen können solche Unfälle haben, bei denen die Kleidung des Opfers in Brand geraten ist. Sobald die Flammen unter einer Decke erstickt sind, gilt es, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.
- Alarmieren Sie sofort einen Notarzt.
- Prüfen Sie, ob die Wunde frei von Brandherden ist und mit keiner Hitzequelle mehr in Berührung kommt.
- Verbrannte Stoffreste, die an der Haut kleben, dürfen nicht entfernt werden.
- Decken Sie die Brandverletzung mit äußerster Vorsicht entweder mit einer sterilen Bandage oder mit sauberer Kleidung ab.
- Verwenden Sie auf keinen Fall eine Salbe.
- Auf die Verletzung zu pusten, um sie zu kühlen, kann den Zustand der Wunde verschlimmern. Verzichten Sie lieber darauf.
- Möglichst nicht essen und trinken.
Knochenbrüche
Stürze im Haushalt sind nicht selten, und insbesondere bei älteren Menschen können sie leider schnell zu Knochenbrüchen führen. Ob tatsächlich etwas gebrochen ist, kann man selbst oft gar nicht feststellen. Um im Zweifelsfalle die Verletzung nicht zu verschlimmern, sollten Sie einige wichtige Regeln beachten.
- Bewegen Sie sich so wenig wie möglich.
- Versuchen Sie unter keinen Umständen, einen Knochenbruch selbst festzustellen, indem Sie die Beweglichkeit überprüfen oder den Knochen belasten.
- Gegen Schwellungen helfen zunächst Eisbeutel oder Akkus aus dem Gefrierfach.
- Rufen Sie einen Notarzt, wenn Sie sich nicht selbst helfen können oder wenn Sie unsicher sind.

