3. Febr. 2012
Das Mehrgenerationenhaus als Ort der Begegnung
Es ist fast wie früher in der Großfamilie – Mehrgenerationenhäuser bündeln das Erfahrungswissen und die Kompetenzen mehrerer Generationen unter einem Dach. In einem Umfeld, in dem sich alle Altersgruppen gegenseitig helfen, lernen junge Menschen, was ein Schulbuch so nicht vermitteln kann: Rücksicht, Respekt, Toleranz und Verantwortung.
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(Bildquelle: www.mehrgenerationenhaeuser.de )
Gerade für ältere Menschen heißt Wohnen, ein vertrautes Zuhause haben, ein bekanntes Lebensumfeld und der Kontakt zu Anderen - Angehörigen, Freunden und Nachbarn. Daher wollen die meisten älteren Menschen, auch wenn sie auf Hilfe oder Pflege angewiesen sind, in der vertrauten Wohnumgebung bleiben. Viele Ältere können sich trotz körperlicher Einschränkungen in ihrem gewohnten Umfeld selbst versorgen, sofern es in der Nachbarschaft ausreichend Unterstützungsangebote gibt. Vom gesunden Mittagstisch über den Einkaufsservice bis hin zum Fahrdienst bieten Mehrgenerationenhäuser ein breites Spektrum an Angeboten und haushaltsnahen Dienstleistungen, um so älteren Menschen mehr Lebensqualität und ein längeres selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Generationenwissen als Potential
Die meisten älteren Menschen wollen sich keineswegs aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen. Ganz im Gegenteil: Sie wollen sich mit dem ganzen Schatz ihrer kulturellen und beruflichen Lebenserfahrung einbringen, mit ihrer Bildung und ihrem Wissen aktiv bleiben. Mehrgenerationenhäuser bieten eine Plattform, auf der das Wissen der älteren Generationen sinnvoll eingesetzt werden kann. Das soziale Potenzial, das aus diesem Zusammenspiel aller Generationen erwächst, aktivieren die Mehrgenerationenhäuser ganz gezielt. Dazu schaffen sie vor allem im sogenannten Offenen Treff einen Ort, an dem sich alle Generationen begegnen, unterstützen und gegenseitig fördern.
Was bieten Mehrgenerationenhäuser?
Mehrgenerationenhäuser sind generationenübergreifende Haus- oder Wohngemeinschaften, die als langfristig angelegte Lebensform für das freiwillige Zusammenleben mehrerer unabhängiger und verschieden alter Personen in einer sehr großen Wohnung oder einem Haus gewählt wurde. Allgemeine Räume wie Bad, Gemeinschaftsküche, Hobbyräume, Atelier, Gästezimmer, evtl. Wohnzimmer und Gartenflächen werden dabei nach vereinbarten Regeln gemeinsam genutzt.
Seit 2003 bezeichnet der Begriff in Deutschland auch einen offenen Tagestreffpunkt mit einem familienorientierten, vor allem auf Selbsthilfe oder Ehrenamt beruhenden Angebot an Aktivitäten und Dienstleistungen; in diesem Sinne vereinen Mehrgenerationenhäuser häufig die Leistungen von Mütter- oder Familienzentren, Begegnungsstätten, Kindertagesstätten und Seniorentreffpunkten zu generationenübergreifenden Angeboten. Es gibt Raum für gemeinsame Aktivitäten. Zudem bietet es Angebote zur Kinderbetreuung und zur Betreuung älterer Menschen. Auf diese Weise wird ein neues nachbarschaftliches Miteinander geschaffen.
Mehrgenerationenhäuser bieten praktische Hilfe bei den Fragen rund um Pflege und Betreuung Demenzkranker. Betroffene und Angehörige finden in Mehrgenerationenhäusern Unterstützung. Vor allem mit flexiblen Formen der Kinderbetreuung sind diese Einrichtungen Stützen im Alltag von Familien. Rand- und Notzeitenbetreuung sind für diese Wohnprojekte charakteristisch.
Zudem beziehen diese Einrichtungen freiwillig Engagierte aller Generationen in ihre Arbeit ein, sie stellen zwei Drittel der Aktiven und arbeiten auf gleicher Augenhöhe mit den Festangestellten. So haben sich die Mehrgenerationenhäuser als treibende Kraft des bürgerschaftlichen Engagements etabliert.
Mehrgenerationenhäuser kooperieren mit der lokalen Wirtschaft und sind gut vernetzt. Damit schaffen sie es, sich lokal zu verankern und vielfach unentbehrlich zu machen.
Das Aktionsprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Der Bund fördert 500 Mehrgenerationenhäuser – flächendeckend in ganz Deutschland verteilt. Mit dem Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser setzt die Politik auf einen Mix, der private und freiwillige Initiativen mit staatlichen Leistungen verbindet. Mehrgenerationenhäuser kooperieren mit Unternehmen und aktivieren bürgerschaftliches Engagement. Dabei ziehen alle an einem Strang: die Politik, bürgerschaftlich Engagierte und professionelle Kräfte, Träger von Einrichtungen sowie die Nutzer und Nutzerinnen eines Mehrgenerationenhauses. Mehr hierzu lesen Sie unter:

